Hochbaulicher Wettbewerb für das MIN-Forum und die Informatik

Senat investiert in neue Gebäude für die Fakultät Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg

Hochbaulicher Wettbewerb für das MIN-Forum und die Informatik

vergrößern Siegerentwurf Neubauten MIN-Forum und Informatik Siegerentwurf Neubauten MIN-Forum und Informatik (Bild: Bez+Kock, Architekten) Die Planung für die „Neubauten MIN-Forum und Informatik“ im Zuge der baulichen Modernisierung der Universität Hamburg am Campus Bundesstraße schreitet weiter voran. Im Oktober 2012 hatte ein Preisgericht aus den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen drei Preisträger ausgewählt. Den Empfehlungen des Preisgerichts folgend wurden die Preisträger aufgefordert, ihre Entwürfe im Hinblick auf Funktionalität, Fassadengestaltung und Einhaltung des Kostenrahmens zu optimieren. Im Rahmen eines Verfahrens zur Auftragsvergabe (sog. VOF-Verfahren nach der Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) hat ein Fachgremium Ende Juni 2013 die Entscheidung über die neuen Gebäude für die Fakultät Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften getroffen.

Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter, der Präsident der Universität Hamburg Prof. Dr. Dieter Lenzen sowie die Dezernentin für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamts Eimsbüttel Birgit Fuhlendorf haben am 28. Juni 2013 im Rahmen einer Pressekonferenz das Ergebnis des Verfahrens zur Auftragsvergabe vorgestellt. Damit kann der Planungsauftrag vergeben werden. Den ersten Platz belegen Bez + Kock Architekten aus Stuttgart. Der Entwurf des Büros Max Dudler aus Berlin erreichte Platz zwei, der Beitrag des Hamburger Büros Schweger + Partner Architekten den dritten Platz.

„Mit der jetzt getroffenen Entscheidung ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur baulichen Modernisierung der Universität am Campus Bundesstraße erreicht“, so Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt. „Ich freue mich besonders, dass künftig auch die Informatik ihren Platz auf dem Campus finden wird. Der Siegerentwurf öffnet die Universität weiter in den Stadtteil und sorgt dafür, dass die Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften künftig ein repräsentatives und modernes Gesicht auf dem Campus bekommt. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und die konstruktive und intensive Arbeit, in der die Entscheidung zustande gekommen ist.“

Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg: „Den Verfassern des 1. Preises ist ein Gebäudeensemble gelungen, das sich wie kein anderer Entwurf dem öffentlichen Raum an der Bundesstraße zuwendet. Das ist die Basis für eine Universität, die zu einem Teil von Eimsbüttel werden will. In heller steinerner Anmutung vermittelt das Gebäude zudem geschickt zwischen dem südlich gelegenen Putzfassaden der Gründerzeit und dem nördlich gelegenen Backsteinviertel aus den zwanziger Jahren.“

„Die Universität Hamburg und ihre Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften sind der Stadt Hamburg außerordentlich dankbar, dass nunmehr der Aufbau eines naturwissenschaftlichen Campus konkrete Formen annimmt. Dieser und das Engagement der Hansestadt zeigen, dass Investitionen in die Naturwissenschaften eine besondere Rolle spielen. Die Universität Hamburg freut sich auf die Umsetzung der Planung“, betonte Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg.

Birgit Fuhlendorf, Dezernentin für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamts Eimsbüttel hob die Bedeutung der Entscheidung für den Stadtteil hervor: „Das Bezirksamt Eimsbüttel ist froh über die Erneuerung des Standortes der MIN-Fakultät an der Bundesstraße. Mit dem Entwurf der Architekten Bez + Kock erhalten wir einen überzeugenden Beitrag zur Öffnung der Universität in den Stadtteil. Durch die geschickte Platzbildung an der Ecke Sedanstraße/Bundesstaße, die Anordnung der öffentlichkeitswirksamen Nutzungen in den Erdgeschosszonen und  das Bespielen des Außenraumes durch gastronomische Angebote wird die Universität besser wahrnehmbar und trägt zur Belebung des öffentlichen Raumes bei.“

Wesentliche Prüfkriterien für die Bewertung waren die Fassadengestaltung und Ausstrahlung in den öffentlichen Raum, die Funktionalität im Hinblick auf die unterschiedlichen Nutzungsarten sowie die Wirtschaftlichkeit der Planung. Mitglieder des Fachgremiums waren Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter, der Kanzler der Universität Hamburg Dr. Martin Hecht, der Dekan der MIN-Fakultät Prof. Dr. Heinrich Graener, Senatsdirektor Harald Datzer, die Dezernentin für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamts Eimsbüttel Birgit Fuhlendorf, die Freie Architektin und Stadtplanerin Ingrid Spengler sowie Ewald Rowohlt, einer der Geschäftsführer der GMH Gebäudemanagement Hamburg GmbH.

Für die „Neubauten MIN-Forum und Informatik“ wurde nach Richtwertschätzungen auf Basis des Flächenprogramms zum städtebaulichen Wettbewerb ein Budget von rund 100 Mio. Euro veranschlagt. Im Rahmen des Budgets sollen zunächst zwei Baukörper an der Bundesstraße und an der Ecke Sedanstraße/Bundesstraße realisiert werden. Der im städtebaulichen Gesamtkonzept vorgesehene dritte Baukörper nördlich an der Sedanstraße soll im Zusammenhang mit der Modernisierung der Chemie in einem nächsten Bauschritt errichtet werden. Auf rund 17.800 qm steht jetzt an der Kreuzung von Sedanstraße und Bundesstraße die Realisierung zentraler Nutzungen an: die Bibliothek, die Mensa und neue zentrale Lehrflächen werden für diesen Hochschulstandort wichtige Impulse setzen und schon frühzeitig einen lebendigen Mittelpunkt schaffen. Hier werden außerdem Flächen geschaffen, um die zurzeit in Stellingen ansässige Informatik am Campus Bundesstraße zu integrieren. Partner bei der Realisierung der Baumaßnahmen wird die GMH Gebäudemanagement Hamburg GmbH, die die Gebäude errichten, finanzieren und anschließend an die Universität vermieten wird, deren Budget in Höhe der Mehrbelastungen aufgestockt wird.

Die Öffentliche Ergebnispräsentation im Rahmen des kommunikativen Begleitverfahrens fand am Dienstag, den 2. Juli 2013, um 19.00 Uhr in Hörsaal C der Chemie, Universität Hamburg, Martin-Luther-King-Platz 6, 20146 Hamburg, statt.

Die Architektenentwürfe wurden vom 3. bis 17. Juli 2013 im Eingangsbereich der Chemie, Martin-Luther-King-Platz, 20146 Hamburg, ausgestellt.

Hintergrund:Der Hamburger Senat investiert in den kommenden Jahren umfassend in den Ausbau und die Modernisierung der Universität Hamburg am Standort in Eimsbüttel, um eine exzellente wissenschaftliche Infrastruktur zu schaffen und den über Jahrzehnte entstandenen Sanierungs- und Modernisierungsstau an den Hochschulen schrittweise abzubauen. Der Prozess startet am Campus Bundesstraße, da für die hier ansässigen universitären Einrichtungen und externen Institute Flächendefizite und ein hoher Sanierungsbedarf ermittelt wurden. Die künftige Entwicklung der Universität folgt dabei dem Leitbild einer in den Stadtteil integrierten Hochschule. Von besonderer Bedeutung sind eine weite Öffnung der Universität in den Stadtteil und die Vernetzung der einzelnen Campus-Standorte untereinander.

Die überarbeiteten Entwürfe der drei Preisträger stehen hier zum Download im Internet bereit:
http://t.hh.de/4030322

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